Fenster- und Türenbranche erwartet über 4% Wachstum

Der Fensterabsatz sollte 2017 laut der jüngsten Studie der vier führenden Branchenverbände, die zusammen mit Heinze erstellt wurde, mit einem Plus von rund 4,2% abschließen können; das bedeutet rund 14 Mio. vermarktete Fenstereinheiten. 2018 wird laut Studie der deutsche Markt – gemessen an der Anzahl der tatsächlich eingebauten Fenster – in etwa der gleichen Größenordnung zulegen. Im Laufe des nächsten Jahres könnten dann rund 14,5 Mio. Fenstereinheiten vermarktet werden. Für 2017 wird nämlich in den relevanten Bausegmenten Wohnbau und Nichtwohnbau mit stabilen Zuwächsen gerechnet.
  • 55,7% aller produzierten Fenster werden 2018 voraussichtlich für die Renovierung beziehungsweise energetische Sanierung des Gebäudebestandes verwendet werden, das Marktvolumen dürfte sich in diesem Bereich allerdings nur leicht um 0,5% steigern.
  • Die Zahl der im Neubau eingesetzten Fenster könnte dagegen mit 9,2% recht kräftig wachsen und damit einen Marktanteil von 44,3% erreichen.

Wohnbau versus Nichtwohnbau

Die Branchenstudie vermittelt auch Informationen über die prozentuale Verteilung der Fenster im Wohn- und Nichtwohnbau. Da für 2018 ein ordentlicher Anstieg der Wohnbauaktivitäten um 5,2% sowie eine recht positive Entwicklung des Nichtwohnbaus von plus 2,2% prognostiziert werden, sind leichte Anteilsverlagerungen zu erwarten: 2018 könnten demnach …

  • 67% der verkauften Fenster im Wohnbau verbaut (2016: 66,4%) werden – mit den größten Zuwachsraten im Mehrfamilienhausbau sowie
  • 33% im Nichtwohnbau (2016: 33,6%).

Kunststofffenster behaupten ihren hohen Marktanteil

Bei den Rahmenmaterialien liegt der Anteil der Holzfenster 2018 voraussichtlich bei 14,9% (2016: 15,1%). „Beim Absatz von Holz-Metall-Konstruktionen erwarten die Verbände ebenfalls einen ordentlichen Marktanteil von rund 9,3 Prozent, nach rund 9,1 Prozent in 2017“, erklärt Ulrich Tschorn, Geschäftsführer des Verbandes Fenster + Fassade (VFF). Der Marktanteil der Metallfenster liegt hochgerechnet bei rund 17,9% (2017: 18%). Aufgrund der in den letzten Jahren eher unterdurchschnittlichen Entwicklung im Nichtwohnbau ist deren Marktvolumen annähernd konstant geblieben. Kunststofffenster werden ihren hohen Marktanteil auch 2018 behaupten. Mit einem Wachstum in Höhe des Gesamtmarktes wird deren Anteil im nächsten Jahr wieder bei voraussichtlich rund 57,9% liegen. „Kunststofffenster sind nach wie vor sowohl bei der Sanierung des Gebäudebestandes als auch im Wohnungsneubau gefragt und werden dort intensiv eingesetzt“, so Ralf Olsen, Geschäftsführer des pro-K Industrieverbandes Halbzeuge und Konsumprodukte aus Kunststoff e.V. aus Frankfurt am Main.

Außentüren ebenfalls gut im Geschäft

Der Absatz von Außentüren entwickelt sich ebenfalls recht positiv: „2018 werden in Deutschland rund 1,458 Millionen Außentüren verkauft, 2017 waren es noch rund 1,400 Millionen Stück. Dies entspricht einer Steigerung um rund 4,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und ist auf den höheren Anteil im Wohnbau zurückzuführen“, sagt der Geschäftsführer des Fachverbandes Schloss- und Beschlagindustrie, Stephan Schmidt und erklärt weiter: „Unsere eigenen Erhebungen bestätigen die Gesamtmarktzahlen. Etwas überraschend ist aber eine deutliche Abschwächung in den Sommermonaten, welche nicht nur auf ‚Ferien‘ zurückzuführen ist.“

Die größten Steigerungsraten in den Bausegmenten schafft der Neubau mit 10,9%, der Renovierungssektor legt leicht um 0,5% zu, der Wohnbau gewinnt 4,7% und der Nichtwohnbau schafft plus 1,8%.

Mit Blick über alle Rahmenmaterialien hinweg wird mit Zuwächsen zwischen 3,7 und 4,5% gerechnet, die Marktanteile bleiben relativ konstant: Türen aus Aluminium können sich mit einem Marktanteil von 32,5% auf Augenhöhe mit Kunststofftüren mit 32,8% behaupten. Jede vierte Außentür (25,2%) wird 2017 aus Holz gefertigt. Sonstige Rahmenmaterialien finden bei 9,5 Prozent der Verwender ihren Einsatz.

Onlinehandel mit steigenden Marktzahlen

Die Deutschen werden nach einer Branchenprognose auch in diesem Jahr mehr Geld im Handel ausgeben – auch wenn das Dezembergeschäft nicht so gut lief wie erwartet. Der Umsatz werde nominal um zwei Prozent auf rund 492 Milliarden Euro zulegen, sagte der Handelsverband Deutschland (HDE) voraus. Im Vorjahr hatte das Plus zu jeweiligen Preisen nach Angaben des Statistischen Bundesamts 2,2 Prozent betragen. Besonders stark werde in diesem Jahr mit elf Prozent wieder der Online-Handel zulegen, sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. „Das setzt traditionelle Handelsstandorte wie die Innenstädte zunehmend unter Druck.“

Dass der klassische Einzelhandel vor einem Umbruch steht, dürfte sich mittlerweile auch unter den erklärten Online-Abstinenzlern der Branche herumgesprochen haben. Wie schnell und  tiefgreifend die Kundenabwanderung ins Netz die bisherige Handelslandschaft umpflügt, überrascht aber selbst Web-Enthusiasten. Daten des Bundesverbands des Deutschen Versandhandel (BVH), die heute veröffentlicht wurden, zeigen, dass sich die Kundendrift gen Netz  nochmals beschleunigt hat: So wuchs der Online-Handel im vergangenen Jahr um knapp 42 Prozent auf 39,1 Milliarden Euro. „Der Interaktive Handel erzielte 2013 erneut eine enorme Steigerung des Umsatzes“, bilanziert denn auch Christoph Wenk-Fischer, Hauptgeschäftsführer des BVH. Zum Vergleich: Ende Januar verkündete der Handelsverband Deutschland (HDE) für die gesamte Branche ein Umsatzplus von mageren 1,1 Prozent. Im Klartext: Das Minimalwachstum der gesamten Branche wird ausschließlich aus den Online-Zuwächsen gespeist. Betrachtet man dagegen nur die Umsatzentwicklung stationärer Geschäfte ergibt sich ein Rückgang.

Einkauf übers Smartphone wird beliebter

Zum Wachstumstreiber innerhalb des E-Commerce ist im vergangenen Jahr das Mobile-Shopping, also der Einkauf via Smartphone oder Tablet, avanciert. Der Wert schnellte um 380 Prozent nach oben und steht inzwischen für einen Umsatz von 4,9 Milliarden Euro, mehr als 10 Prozent aller Versandhandelsbestellungen. Die Richtung ist schon seit Jahren klar: Seit 2010 hat sich das Online-Volumen insgesamt mehr als verdoppelt. Für das laufende Jahr geht der BVH von einem weiteren Zuwachs um rund 25 Prozent auf dann 48,8 Milliarden Euro aus. Betrachtet man den gesamten Versandhandel – also auch Katalogbestellungen – liegt der Anteil am Einzelhandel bei 11,1 Prozent nach 9,4 Prozent im Vorjahr.

Der Ruf der Onlinehändler ist gut

Der Markt für Fenster in Deutschland wächst. Angeheizt durch niedrige Zinsen und dem damit verbundenen Immobilienboom, werden immer mehr Fenster gebraucht und verkauft. Gleichzeitig versuchen Kunden durch hohe Grundstücks- und Immobilienpreise Kosten an anderen Stellen einzusparen. Hier kommt der Onlinehandel ins Spiel. Onlinehändler haben seit jeher den Ruf günstiger zu sein als die Offline-Konkurrenz – auch wenn sie diesem Vorurteil oft nicht gerecht werden können. Daher verzeichnen Onlinehändler immer weitere Zuwächse im Fensterhandel. Aber nicht nur der Preis macht sie attraktiv, auch die Möglichkeit, Fenster in jeder erdenklichen Variante zu konfigurieren, trifft den aktuellen Zeitgeist und steigert die Attraktivität des Produkts.